Die Entstehung

«Traumfrau Mutter» ist die deutschsprachige Adaption des kanadischen Theatererfolgs «Mom’s The Word», der mit verschiedenen Theaterpreisen ausgezeichnet wurde. Sechs Mütter aus Vancouver, alles Schauspielerinnen in Mutterschaft, entschlossen sich 1993 ein Theaterstück über das Mutterdasein zu schreiben. Sie trafen sich jeweils an einem Samstagmorgen. Mit dabei ihre Kinder. Sie lachten, scherzten, klönten und realisierten plötzlich, dass ihr erster Auftritt eigentlich schon in drei Wochen bevorstand, sie aber noch nichts zu Papier gebracht hatten. Ihr Fundus an Selbsterfahrung und ihre Spiellust waren jedoch so gross, dass sie ihr Episoden-Theater schnell zusammengestellt hatten. Die ersten Gehversuche und die Uraufführung von «Mom’s The Word» fanden 1993 an einem Festival für Frauen in Vancouver statt und übertraf alle Erwartungen. Fortan tourten die Frauen mit ihrem Theaterhit durchs Land. Nach 2500 Vorstellungen und über einer Million kanadischen Besucherinnen (und ein paar Besucher) trat der Bühnenerfolg den Siegeszug in Übersee an.

2006 feierte die deutsche Version Schweizer Premiere in der MAAG Halle in Zürich und sahnte auch bei den helvetischen Müttern gehörig ab. Wenn auch immer die Traumfrauen auf der Bühne standen, sorgten sie für ein volles Theater. 2010 produzierte die MAAG Music & Arts AG (Betreiberin der MAAG Halle in Zürich) eine Dialektfassung und tourte im DAS ZELT durch die Deutschschweiz. Bis heute haben über 100’000 Mütter und Väter das Stück alleine in der Schweiz gesehen.

Die fünf Traumfrauen

Robin


Die Alleinerziehende, die andere Frauen nie besonders mochte und mit ihrer Yamaha XT 500 die Welt erkundete. Jetzt versucht sie ihrer kleinen Lilly eine gute Mutter zu sein:
«In eine Alleinerziehende wird alles mögliche reininterpretiert. Die einen finden mich eine bemitleidenswerte Kreatur. Die anderen denken, ich sei frei und jede Nacht mit einem anderen auf der Piste. – Schön wärs.»

 

Linda


Die Hausfrau, die den ganzen Tag zuhause kocht, putzt und bügelt, dabei von ihrem alten Leben träumt und imaginäre Briefe an ihren Mann schreibt.
«Lieber Partner. Früher haben wir über alles geredet, bei Kerzenlicht und Rotwein. Und jetzt? Du in der grossen Welt unterwegs und ich? Daheim, bei Fernsehlicht und rot geweint».

 

Alison


Die besorgte Mutter, deren erster Sohn viel zu früh zur Welt gekommen ist und seine ersten Monate auf der Intensivstation verbringen musste.
«Mein erster Sohn sah nach der Geburt aus wie E.T. Er war furchtbar klein und furchtbar krank. Aber als ich ihn zum ersten Mal sah, wusste ich, ich würde für ihn sterben».

 

Deborah


Die Intellektuelle, die gerne Vernissagen und Happenings besuchen würde, aber stattdessen Kinderbrei vom Kühlschrank wischt. «Bevor meine Kinder geboren wurden, habe ich mich als urbane Frau bezeichnet, jetzt bin ich gar nicht mehr urban, nein, ich bin zu einem Tier geworden. Zu einem majestätischen Muttervieh.»

 

Barbara


Die vierfache Mutter, die wieder anfängt als Lehrerin zu arbeiten. Zwei Tage die Woche. Sie meistert resolut den Alltag, jonglierend zwischen schreienden Babys, Kleinkind in der Trotzphase und den eigenen Gefühlen.
«Mein Sohn hat kürzlich einen Horrortag durchgezogen: innert drei Stunden von der oralen Phase in die Anale und dann ohne abzubremsen in die Trotzphase. Dann von der vollen Aggression in die Ignoranz und dann wieder zurück in die ganz normale Aufsässigkeit.»